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Die jüdische Gemeinde im hessischen Friedberg war eine der größten und bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Im Jahr 1241 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1600 zählte sie rund 500 Mitglieder. Im Jahr 1942 wurde sie nach 800 Jahren durch die Nationalsozialisten endgültig zerstört.
In der Blütezeit ihrer 800jährigen Geschichte war die jüdische Gemeinde Friedberg ein bedeutendes Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Sie genoss den gleichen Einfluss wie die hochrangigen jüdischen Gemeinden in Frankfurt, Worms, Günzburg und Prag. Im Jahr 1603 wurde dementsprechend auch das Bet Din (rabbinische Gericht) in Friedberg zu einem der fünf überregionalen rabbinischen Gerichtshöfe des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation erklärt. Heute, über 60 Jahre nach der Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung von Friedberg und der Zerstörung der Synagoge, zeugt im Wesentlichen nur noch das monumentale "Judenbad" von der einstigen großen Bedeutung der jüdischen Gemeinde. Diese Mikwe, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde, ist das größte vollständig erhaltene mittelalterliche Bauwerk dieser Art in Deutschland. Die Schachtanlage ist 25 m tief und über Treppen bis zum Grundwasserspiegel begehbar. Ausstellung "Fragmente jüdischer Geschichte in Friedberg"Das Wetterau-Museum in Friedberg zeigt noch bis zum 23. August 2009 die Ausstellung "Fragmente jüdischer Geschichte in Friedberg". Die Ausstellung präsentiert die 800jährige Geschichte der jüdische Gemeinde in Friedberg von den Anfängen im 13. Jahrhundert bis zu ihrer endgültigen Zerstörung im 20. Jahrhundert. Da die meisten historischen Zeugnisse in der Nazi-Zeit zerstört worden sind, greift die Ausstellung auf virtuelle Reproduktionen von Kultgegenständen in Form von Holovisionen zurück. Adresse: Wetterau-Museum Haagstr. 16 61169 Friedberg Öffnungszeiten: Di bis Fr: 9–12 Uhr, 14–17 Uhr Sa: 10–12 Uhr, 14–17 Uhr So: 10–17 Uhr Eintritt: 2 €, ermäßigt 1 €
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