Jüdische Zeiten
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12.09.2008 - 19:15 Uhr bis 13.09.2008 - 20:32 Uhr
Schabbat Ki Tetze

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Der jüdische Alltag ist vom Aufstehen bis zum Schlafengehen von religiösen Vorschriften geprägt. Die meisten dieser Vorschriften gehen auf die schriftliche Tora zurück. Dort hat Gott dem jüdischen Volk 613 Mitzwot, bzw. genauer gesagt 248 Gebote und 365 Verbote, gegeben. Zu den Geboten gehören zum Beispiel das Gebot, am Türpfosten eine Mesusa anzubringen, das Gebot, die männlichen Neugeborenen zu beschneiden, das Gebot, Almosen zu geben und das Gebot, fruchtbar zu sein und sich zu vermehren. Zu den Verboten gehören unter anderem das Verbot zu morden, das Verbot zu stehlen, das Verbot, an Jom Kippur zu essen, das Verbot, am Schabbat zu arbeiten und das Verbot, das Fleisch bestimmter Tiere zu essen. 

Zusätzlich zu den Mitzwot aus der schriftlichen Tora gibt es Mitzwot in der mündlichen Tora, also rabbinische Mitzwot, die im Talmud niedergeschrieben sind. Dazu gehören zum Beispiel das Gebot, die Chanukka-Lichter anzuzünden und die Ester-Rolle an Purim zu lesen.

Viele der 613 Mitzwot aus der schriftlichen Tora können zur Zeit nicht eingehalten werden. Dazu gehören zum Beispiel die Vorschriften bezüglich der Opfer im Tempel: sie können seit der Zerstörung des Zweiten Tempels in Jerusalem im Jahre 70 nicht mehr erfüllt werden.

Mit Ausnahme von drei Verboten (Mord, Götzendienst, Ehebruch) dürfen und müssen die Mitzwot im akuten Notfall übertreten werden, um ein Menschenleben zu retten.

Unterschiedliche Pflichten für Frauen und Männer

Jüdische Jungen sind ab ihrem 13. Geburtstag verpflichtet, die Mitzwot zu erfüllen. Jüdische Mädchen sind prinzipiell schon ab ihrem 12. Geburtstag verpflichtet, die Mitzwot erfüllen, allerdings sind sie als Frauen von den meisten zeitgebundenen Geboten befreit und brauchen nur die Verbote und die nicht zeitgebundenen Gebote zu halten. Der Grund dafür ist, dass Pflichten der Frauen im Haus und in der Kindererziehung als vorrangig gelten. Zu den zeitgebundenen Geboten, die Frauen trotzdem erfüllen sollen, gehören das Anzünden der Schabbat-Kerzen, das Absondern der Challa und die Einhaltung der Vorschriften zur rituellen Reinheit der Familie. 

Der Sinn der Mitzwot

Gott hat das jüdische Volk aus allen Völkern auserwählt, ihm ein heiliges Volk zu sein. Er hat dem jüdischen Volk die Tora mit ihren 613 Ge- und Verboten gegeben, damit das jüdische Volk danach lebt. Das jüdische Volk soll so den Nationen der Welt ein Vorbild zu sein und ihnen zeigen, wie Gott sich die Welt vorstellt. Die Mitzwot stellen bei jeder alltäglichen Handlung eine Verbindung mit Gott her und heben das Alltägliche auf eine höhere Stufe.

 
Jüdisches Datum heute
8. Elul 5768
Weisheit der Woche

Mehr als Israel den Schabbat bewahrt hat, hat der Schabbat Israel bewahrt.

(Achad ha-Am)

 
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