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Beten im Judentum ist "Awoda schebalew", Gottesdienst im Herzen. Der Betende spricht direkt mit Gott. Dabei soll er seine Gedanken und Gefühle ganz auf den Inhalt des Gebets konzentrieren. Die Gebetssprache im Gottesdienst in der Synagoge ist Hebräisch und - bei einigen Gebeten - Aramäisch. Frei formulierte, spontane Gebete außerhalb der Synagoge können auch in der Landessprache gesprochen werden. KopfbedeckungJüdische Männer sind verpflichtet, bei allen Gebeten und Segenssprüchen ihren Kopf zu bedecken. Dies geschieht üblicherweise mit einer Kippa. Da observante Juden mehrmals am Tag beten und eine Vielzahl von Segenssprüchen sagen, halten sie dementsprechend ihren Kopf den ganzen Tag über bedeckt. Jüdische Frauen bedecken ihre Haare mit einem Tuch, einer Perücke oder einem Hut, sobald sie verheiratet sind. GebetsschalJüdische Männer tragen beim Morgengebet sowie ganztätig am Jom Kippur einen "Tallit". Das ist ein Gebetsschal, der über die Schulter gelegt wird. Er ist weiß mit blauen Streifen und hat Tzitzit genannte Quasten an seinen vier Ecken. Gemäß einem Gebot in der Tora ist der jüdische Mann verpflichtet, jeden Tag die Tzitzit anzulegen (4. Buch Moses, 15:38 und 5. Buch Moses 22:12). In der Praxis bedeutet das, dass neben dem Tallit für das Morgengebet ständig auch ein kleiner Tallit unter der gewöhnlichen Kleidung getragen wird. Auf diese Weise soll der Mann sich immer an die Gebote der Tora erinnern.  Mann mit Kippa und Tallit an der Klagemauer (Westmauer) in Jerusalem Bild-Quelle:flickr.com / Creap; Lizenz: Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) GebetsriemenAußer am Schabbat und an den fünf in der Tora genannten Feiertagen legt der Mann zum Morgengebet Gebetsriemen, sogenannte Tefillin, um die Stirn und den linken Arm. Die Gebetsriemen sind aus Leder. An ihnen sind zwei Kästchen angebracht, die die auf Pergament geschriebenen Tora-Verse enthalten, auf die das Tefillin-Gebot zurückgeht (2. Buch Moses, 13:1-10 und 13:11-16, 5. Buch Moses 6:4-9 und 11:13-21). Die Riemen werden so um Arm und Kopf geschlungen, dass das eine Kästchen oben auf der Stirn und das andere auf dem Oberarm liegt.  Morgengebet mit Tefillin (Gebetsriemen) Bild-Quelle:flickr.com / n0nick; Lizenz: Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) GebetbücherDie Gebete für den Gottesdienst in der Synagoge sind im Siddur, dem Gebetbuch für Wochentage und Schabbat, und im Machsor, dem Gebetbuch für Feiertage, enthalten. MinjanEin Minjan ist ein Quorum aus zehn erwachsenen (d.h. mindestens 13 Jahre alten) jüdischen Männern. Das ist die Voraussetzung für viele Gebete in der Synagoge (z.B. Kaddisch) und für das öffentliche Lesen der Tora. GebetsrichtungAußerhalb Israels ist die Gebetsrichtung nach Israel bzw. nach Jerusalem. In Israel betet man in Richtung Jerusalem und in Jersualem in Richtung Tempelberg.
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