Jüdische Zeiten
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Grundlagen

Das Judentum ist die Religion des jüdischen Volkes. Sie beruht auf der hebräischen Bibel und dem Talmud sowie auf diversen Traditionen. Laut dem biblischem Text beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes mit dem Bund, den Gott mit Abraham und dessen Nachkommen schließt. Mit diesem Bund verspricht Gott, Abrahams Nachkommen zu einem neuen, großen Volk zu machen und diesem Volk das Land Kanaan für alle Zeit zum Besitz zu geben. Im Gegenzug sind Abraham und seine Nachkommen verpflichtet, ausschließlich diesem einen Gott zu dienen und alle Männer des Volkes beschneiden zu lassen. Abraham gilt daher als der Stammvater des jüdischen Volkes. Gott bekräftigt seine Zusage später noch einmal gegenüber Isaak, dem Sohn Abrahams, und Jakob, dem Sohn Isaaks. Jakob bekommt von Gott außerdem den neuen Namen "Israel" verliehen. Abraham, Isaak und Jakob gelten als die drei Erzväter des jüdischen Volkes.

Jakob hatte zwölf Söhne. Sie gelten als Stammväter der späteren zwölf Stämme Israels, die zusammen das Volk Israel bilden. Infolge einer Hungersnot wandern sie nach Ägypten aus, wo sie viele Jahre lang in Knechtschaft leben müssen. Gott beauftragt schließlich Moses, das Volk aus Ägypten heraus und ins Land Kanaan zurückzuführen. Nach der Flucht aus Ägypten wandert das Volk Israel vierzig Jahre lang durch die Wüste Sinai. In dieser Zeit erneuert Gott seinen Bund mit Israel. Auf dem Berg Sinai übergibt er Moses die Tora und macht Volk Israel zu seinem heiligen, auserwählten Volk. Im Gegenzug verpflichtet sich das Volk Israel, alle von Gott gegebenen Gebote und Verbote zu achten. Am Ende ihrer Wanderung durch die Wüste erobern die Israeliten das Land Kanaan um etwa 1400 vor der Zeitrechnung unter der Führung von Josua und nehmen es schließlich in Besitz. In den folgenden Jahrhunderten errichten die Israeliten dort ein funktionierendes Staatswesen in der Form eines Königreichs und den ersten Tempel in Jerusalem als Zentralheiligtum.

Ein herausragendes Ereignis in der Geschichte des israelitischen Staates ist das "babylonische Exil": im Jahr 598 vor der Zeitrechnung überfallen die Babylonier unter Führung ihres Königs Nebukadnezar II. das Land. Sie zerstören den Tempel in Jerusalem und verschleppen einen Teil der jüdischen Bevölkerung (vor allem die Oberschicht) nach Babylon. Nach der Eroberung Babylons durch den Perserkönig Kyros II. im Jahr 539 vor der Zeitrechnung kehrt ein Teil der verschleppten Bevölkerung in die Heimat zurück und errichtet einen neuen, zweiten Tempel.

Im Jahr 63 vor der Zeitrechnung erobern die Römer Israel. Die Israeliten wehren in mehreren Aufständen erfolglos gegen die römische Besatzung. Im Jahr 70 nach der Zeitrechnung zerstören die Römer den Zweiten Tempel in Jerusalem. Nach der Niederschlagung des letzten jüdischen Aufstands unter Führung von Bar Kochba im Jahr 135 nach der Zeitrechnung wird die Bevölkerung aus dem Land vertrieben. Von nun an bis ins 20. Jahrhundert leben Juden als Minderheit unter anderen Völkern in Europa, Nordafrika, Asien und später auch in Amerika. Nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 kehren Juden aus der ganzen Welt nach Israel zurück. Laut einer aktuellen Erhebung des aktuellen Erhebung des Jewish People Policy Planning Institute in Jerusalem leben heute 41 % von weltweit insgesamt 13,155 Millionen Juden in Israel.

In den fast zweitausend Jahren der Diaspora hat die jüdische Religion eine zentrale Rolle für das Überleben des jüdischen Volkes gespielt, indem sie Einheit und Identität gestiftet hat. Das Judentum ist eine der ältesten heute noch praktizierten Religionen.

 
Jüdisches Datum heute
8. Elul 5768
Weisheit der Woche

Mehr als Israel den Schabbat bewahrt hat, hat der Schabbat Israel bewahrt.

(Achad ha-Am)

 
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