| Halacha |
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Der Begriff "Halacha" (hebr. "Gehen", "Wandeln") bezeichnet die Gesamtheit des jüdischen Rechts. Die Halacha besteht aus der schriftlichen und der mündlichen Lehre und setzt sich im einzelnen aus den Gesetzen der Tora, den talmudischen und rabbinischen Gesetzen sowie Bräuchen und Traditionen zusammen. Nach dem Abschluss der talmudischen Ära haben sich zahlreiche jüdische Gelehrte zunächst einmal um eine systematische und leicht verständliche Darstellung der talmudischen Texte und der darin enthaltenen rechtlichen Bestimmungen bemüht. Besonders im Mittelalter sind bedeutende Kodifizierungen des jüdischen Rechts entstanden. Hervorzuheben sind hier vor allem "Mischne Tora" von Raw Mosche Ben Maimon, "Arba’a Turim" von Raw Jakob Ben Ascher und der "Schulchan Aruch" von Raw Josef Karo sowie die gesamte Responsen-Literatur. Mosche Ben Maimon: "Mischne Tora"Der Torakommentar "Mischne Tora" (hebr. "Wiederholung der Tora") von Raw Mosche Ben Maimon (1135-1204, Arzt, Philosoph und rabbinischer Gelehrter in Spanien), der auch als Rambam und Moses Maimonides bekannt geworden ist, ist ein umfassendes halachisches Kompendium in hebräischer Sprache, das das gesamte jüdische Gesetz erstmals systematisch ordnet. Das umfangreiche Werk besteht aus 14 Bänden und beinhalt auch die Gesetze, die nur zu der Zeit Gültigkeit hatten, als der Tempel in Jerusalem noch stand. Die Absicht des Verfassers bestand darin, dem lernenden Laien ein umfassendes und verständliches Werk der mündlichen Lehre zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grund verzichtet er in Mischne Tora auch auf die Angabe von Quellen und die Darstellung der den Gesetzen vorausgegangenen Diskussionen und beschränkt sich auf die Darlegung der endgültigen Entscheidungen über die zu befolgenden Gesetze. Jakob Ben Ascher: "Arba'a Turim"Der halachische Kodex "Arba'a Turim" (hebr. "Vier Säulen") von Raw Jakob Ben Ascher (1270 - ca. 1340, rabbinischer Gelehrter in Spanien und Ägypten) beschäftigt sich ausschließlich mit den jüdischen Gesetzen, die zu seiner Zeit einhaltbar waren. Das heißt, im Unterschied zum Rambam beschränkt sich Jakob Ben Ascher auf die Gesetze, die im jüdischen Alltag seit der Zerstörung des Tempels relevant geblieben sind. Außerdem zitiert er seine Quellen und gibt auch unterschiedliche Meinungen an, wo es ihm notwendig erscheint. Nach dem Titel seines Hauptwerks wird Jakob Ben Ascher auch oft als "Ba'al ha-Turim" (hebr. "Meister der Turim") bezeichnet. Josef Karo: "Schulchan Aruch"Der Gesetzeskodex "Schulchan Aruch"(hebr. "gedeckter Tisch") wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts von Raw Josef Karo (1488 - 1575, Rabbiner in Spanien und Zefat) zusammengestellt. Er enthält die halachischen Regeln für das jüdische Alltagsleben und ist eine Zusammenfassung des Kommentars "Bet Josef", den Josef Karo bereits zuvor zu den "Arba'a Turim" von Jakob Ben Ascher geschrieben hatte. Da der Schulchan Aruch die halachischen Bestimmungen entsprechend der sephardischen Tradition in Spanien zusammenfasst, schrieb der polnische Rabbiner Raw Mosche Isserles aus Krakau unter dem Titel "Mappa" (hebr. "Tischdecke") ergänzende Anmerkungen zum Schulchan Aruch aus aschkenasischer Sicht. Die "Mappa" wurde schließlich in den Schulchan Aruch integriert und ist mittlerweile in allen gedruckten Ausdgaben des Schulchan Aruch enthalten. Das hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Schulchan Aruch zum bis heute am weitesten akzeptierten Standardwerk des jüdischen Gesetzes im sephardischen und im aschkenaischen Judentum aufgestiegen ist. ResponsenIm Unterschied zu den umfassenden Gesetzeskodices sind Responsen Sammlungen von Anfragen von Gemeindemitgliedern an ihren Rabbiner zu halachischen Fragen aus dem alltäglichen Leben und die entsprechenden Antworten dazu. Im Hebräischen werden diese Responsen-Sammlungen dementsprechend "Sche'elot u-Tschuwot" (hebr. "Fragen und Antworten") genannt. |
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