Jüdische Zeiten
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12.09.2008 - 19:15 Uhr bis 13.09.2008 - 20:32 Uhr
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Pessach

Pessach ist das erste der drei Wallfahrtsfeste und einer der wichtigsten jüdischen Feiertage überhaupt. Das Pessach-Fest beginnt am Vorabend des 15. Nissan des jüdischen Kalenders (März/April). Es dauert in Israel sieben und außerhalb Israels acht Tage. In Israel sind der erste und der siebte Tag und außerhalb Israel der erste und der zweite sowie der siebte und der achte Tag Feiertage, für die das Arbeitsverbot gilt (Jom Tow). Die jeweiligen Zwischentage sind Halbfeiertage (Chol ha-Moed).

Wie Schawuot und Sukkot, so ist auch Pessach ursprünglich ein an die Ernte gebundenes Fest. Es fällt in die Zeit der ersten Gerstenernte im Frühling. Historisch gesehen erinnert Pessach an die Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten und wird deshalb auch "Chag ha-Cherut" (hebr. "Freiheitsfest“) genannt.

Der Name Pessach leitet sich vom Verb "pasach" (hebr. "übergehen, hinwegschreiten") ab, was daran erinnert, dass Gott die Häuser der Israeliten in Ägypten verschont hat, als er die Ägypter mit den Zehn Plagen geschlagen hat.  

Chametz

Herausragend an Pessach ist das Verbot, Chametz zu essen, zu trinken oder zu besitzen. Chametz sind Weizen, Dinkel, Gerste, Hafer oder Roggen, die mindestens 18 Minuten lang mit Wasser in Kontakt waren, so dass der Gärungsprozess schon eingesetzt hat. Chametz sind außerdem alle Nahrungsmittel, in denen eine dieser Getreidesorten enthalten ist. Chametz nach aschkenasischer Tradition sind weiterhin Reis, Mais, Bohnen und andere Hülsenfrüchte ("Kitniot"). Nicht Chametz und somit an Pessach erlaubt sind Matzot, Fleisch, Geflügel, Fisch, Obst, Gemüse (mit Ausnahme von Kitniot nach aschkenasischer Tradition), Milchprodukte. 

Matzot

Unter Matzot versteht man ungesäuertes Brot, bei dem während der Herstellung der Gärungsprozess nicht eingesetzt hat. Zumindest am Sederabend ist man verpflichtet, Matzot zu essen (das Chametz-Verbot besteht aber während der gesamten Pessach-Woche). Mit dem Verzehr von ungesäuertem Brot wird daran erinnert, dass das Volk Israel vor dem Auszug aus Ägypten so sehr in Eile war, dass es keine Zeit hatte, den Brotteig säuern zu lassen, und ungesäuertes Brot als Wegzehrung mitnahm. 

Matzen
Matzot

Die Suche nach Chametz im Haus

Schon rechtzeitig vor Pessach wird das ganze Haus Zimmer für Zimmer gründlich geputzt und von allem Chametz befreit. Am Tag vor Pessach findet dann eine gründliche Prüfung statt, um sicherzugehen, dass sich nirgendwo noch ein Krümel Gesäuertes versteckt hat. Dafür werden vorher extra wieder einige Brotstücke ausgelegt, die dann eingesammelt werden, um am nächsten Morgen verbrannt zu werden.

Das Verbrennen von übrig gebliebenem Chametz

Das Verbrennen von übrig gebliebenem Chametz findet bis spätestens am Morgen des 14. Nissan statt.   

Der Verkauf von Chametz

Haltbares Chametz kann vor Pessach an einen Nichtjuden verkauft und nach Pessach von diesem zurückgekauft werden.

Der Sederabend

Am ersten (und außerhalb Israels auch am zweiten) Pessach-Abend findet der Seder (hebr. "Ordnung“) statt. Der Seder ist das Festessen in der Familie, das nach einer festen Ordnung abläuft und bestimmte symbolische Speisen beinhaltet. Aus einem speziellen Büchlein für diesen Abend, der Pessach-Haggada, wird die Geschichte über den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten vorgelesen. Ein wesentlicher Sinn besteht darin, den Kindern, also der nächsten Generation, dieses wichtige Ereignis in der Geschichte des jüdischen Volkes zu vermitteln.

Sedertisch mit Sederteller
Sedertisch mit Sederteller

Bild-Quelle:flickr.com / RonAlmog; Lizenz: Creative Commons Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert)

Das Gebet um Tau

Am ersten Pessach-Tag wird in der Synagoge zusätzlich zum normalen Feiertagsablauf das "Tefillat ha-Tal", ein besonderes Gebet mit der Bitte um Tau, gesprochen. 

Das Omer-Zählen

Am 16. Nissan, das heißt am Abend des ersten Pessach-Tages, beginnt das sogenannte Omer-Zählen. Von nun an wird sieben Wochen lang jeder Tag gezählt, bis am 50. Tag Schawuot stattfindet. Die Omer-Zeit zwischen Pessach und Schawuot ist eine Art Trauerzeit, in der man auf Annehmlichkeiten und Feiern verzichtet und keine Hochzeiten abhält. Aufgehoben sind diese Verbote lediglich am 33. Tag, der Lag ba-Omer ("33. Omer“) genannt wird.

 
Jüdisches Datum heute
8. Elul 5768
Weisheit der Woche

Mehr als Israel den Schabbat bewahrt hat, hat der Schabbat Israel bewahrt.

(Achad ha-Am)

 
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