| Synagoge |
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Die Synagoge, im Hebräischen "Bet Kneset" ("Haus der Versammlung“) genannt, ist der Ort, an dem üblicherweise der Gottesdienst stattfindet. Die meisten Synagogen werden so in Ost-West-Richtung gebaut, dass der Tora-Schrank in Richtung Israel bzw. Jerusalem zeigt. Die Sitzplätze für die Betenden verlaufen dementsprechend hauptsächlich quer dazu, so dass die Betenden automatisch die erforderliche Gebetsrichtung nach Israel bzw. Jerusalem einnehmen. Aron ha-Kodesch und BimaDer Aron ha-Kodesch (hebr. "heiliger Schrank") ist der Schrank in der Synagoge, in dem die Tora-Rollen aufbewahrt werden. Er ist mit einem "Parochet" genannten schweren Vorhang verdeckt. Über dem Aron ha-Kodesch hängt das "Ner Tamid" (hebr. "ewiges Licht"), das Tag und Nacht brennt. Vor dem Aron ha-Kodesch befindet sich der "Duchan", eine erhöhte Plattform, die man betritt, wenn man eine Tora-Rolle aus dem Aron ha-Kodesch nehmen will. In der Mitte der Synagoge befindet sich die "Bima", ein Pult, auf dem die Tora gelesen wird und von wo aus auch der Vorbeter das Gebet leiten kann. ![]() Torarollen in der Synagoge Bild-Quelle:flickr.com / justinoberman; Lizenz: Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) SitzordnungFrauen und Männer sitzen in orthodoxen Synagogen grundsätzlich getrennt voneinander. In vielen Synagogen gibt es für Frauen einen Balkon im ersten Stock, in manchen Synagogen sitzen sie aber auch unten hinter den Männern oder auf der anderen Seite neben den Männern. In einigen Synagogen ist die Frauenabteilung durch eine Mechitza, das heißt einen Vorhang oder einen anderen Sichtschutz, abgetrennt. KleidungMänner tragen in der Synogage eine Kippa oder eine andere Kopfbedeckung. Frauen bedecken ihre Haare, sofern sie verheiratet sind. Außerdem achten Frauen und Männer darauf, sich der Heiligkeit des Ortes entsprechend angemessen zu kleiden. Rabbiner und KantorIm Prinzip kann jeder jüdische Mann, der die erforderlichen Kenntnisse besitzt, den Gottesdienst in der Synagoge leiten. In größeren Gemeinden übernimmt die Aufgabe des Vorbeters aber üblicherweise ein "Chasan", d.h., ein ausgebildeter Kantor. In jedem Fall obliegt die Gottesdienstleitung nicht etwa grundsätzlich dem Rabbiner. Der Rabbiner hält im Gottesdienst oftmals nur die Predigt und betet ansonsten wie jeder andere Beter einfach mit. Trotzdem ist er das religiöse Oberhaupt seiner Gemeinde. Er hat ein mehrjähriges Rabbinatsstudium absolviert und eine "Smicha", d.h., die notwendige Ordination, und fungiert in seiner Gemeinde in erster Linie als Lehrer und Ansprechpartner der Gemeindemitglieder für Fragen der religiösen Lehre und des jüdischen Rechts (Halacha). Der Rabbiner führt Hochzeiten und Beerdigungen durch. Drei Rabbiner können zu einem Bet Din, d.h. zu einem rabbinischen Gericht, zusammentreten und Ehescheidungen und Übertritte zum Judentum durchführen. ![]() Innenraum einer Synagoge in Casablanca Bild-Quelle:flickr.com / dlisbona; Lizenz: Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) |
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